Unser Interesse bestand darin, herauszufinden, was als notwendige Grundlage in Sachen Software und Fachwissen vorausgesetzt wird, um eine InDesign-Broschüre barrierefrei (PDF/UA und WCAG konform) zu erstellen. Gemeinsam mit Jacqueline Egg, von the-layout-factory.ch, machten wir uns ans Werk. 

Was bedeutet das in der Praxis?
Vereinfachte Gestaltung und kontrastreiche Farbgebung
Dokumentvorlage erstellen mit Absatzformaten und Zeichenformaten
Korrektes Inhaltsverzeichnis
Alternativtext für Bilder muss erstellt werden
Artikelreihenfolge und Festlegen der Tag-Struktur in InDesign
PDF-Export aus InDesign
Preflight-Korrektur via Acrobat nach PDF/UA
Kontrolle des Inhaltsverzeichnisses und der Lesereihenfolge (mittels Hilfsprogramm pdfGoHTML)

Welche Software haben wir in unserem Beispiel eingesetzt?
InDesign und Acrobat Pro (Adobe Creative Cloud)
Callas pdfGoHTML, kostenlos
PAC (PDF Accessibility Checker) kostenlos

Wir versuchten es bewusst ohne weitere, kostenpflichtige Hilfsprogramme. Dies setzt Fachwissen in Typografie und in den Programmen InDesign (oder alternativ Word) und Acrobat DC Pro voraus.

Welche Software kommt normalerweise für Barrierefreiheit zum Einsatz?
InDesign und Acrobat Pro (Adobe Creative Cloud)
MadetoTag (InDesign Plugin)
Microsoft Word
axesWord (Plugin nur Windows)
PDFix oder axesPDF
PAC oder veraPDF, kostenlos für die Validierung der erstellten PDFs
Callas pdfGoHTML, kostenlos

Rechnet man die Gebühren der oben aufgeführten Programme zusammen, kommt man gerne auf eine jährlich anfallende Gebühr von CHF 2000.– bis CHF 2500.– (Einzelplatz-Lizenzen). Dabei unterteilt es sich in die Kosten für Layout- und PDF-Programme von ca. CHF 1000.– und den Hilfsprogrammen für Korrekturen und Nachbearbeitung, sowie Konvertierung nach PDF/UA, von ca. CHF 1500.–, wenn Sie sowohl in InDesign wie auch in Microsoft Office-Programmen arbeiten.

Fazit
Oben aufgeführt sind die Lizenzkosten für einen Einzelarbeitsplatz. Möchte man sich unseren grossen Aufwand, barrierefreie PDFs ohne kostenpflichtige Hilfsprogramme einzusetzen, antun, so ist viel Fachwissen und eine saubere Arbeitsweise Voraussetzung. Will man sich diesen Aufwand und vertieftes Fachwissen ersparen, dann sind kostenpflichtige Hilfsprogramme unumgänglich.

Aus meiner Sicht ist das Erstellen barrierefreier PDFs für ein Unternehmen inhouse nur dann zu empfehlen, wenn es sich jährlich um eine Vielzahl solcher Dokumente handelt. Dazu sollten Sie über das notwendige Fachwissen verfügen. Heisst: Die Personen müssen in Barrierefreiheit geschult werden. Diese Kosten sind bei Personen mit grafischen Vorkenntnissen sicher geringer als bei Personen ohne dieses Grundlagenwissen.

Eine Überlegung diesbezüglich könnte sein, dass Sie die Dokumentvorlagen von einer Agentur mit dem notwendigen Fachwissen erstellen lassen und selbst lediglich die Inhalte abfüllen. Des Weiteren hinterlegen Sie sämtliche Alternativtexte und legen die Lesereihenfolge fest. Danach übernimmt wieder die Agentur die Erzeugung eines PDF/UA und Validierung für ein barrierefreies PDF.

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